

+2Kontinente:EU1. Lebendfotos
1.1. Falter
[Hinweis: diverse Bilder aus Graubünden wurden am 22. April 2026 zur neu beschriebenen Symmoca schmidi verschoben.]
2. Diagnose
2.1. Weibchen
2.2. Erstbeschreibung
3. Biologie
3.1. Habitat
3.2. Nahrung der Raupe
Noch unbekannt! Frühere Angaben betreffen die 2026 neu beschriebene Symmoca schmidi. Es ist zu erwarten, dass auch diese Raupe Moose und Flechten frisst.
(Autor: Erwin Rennwald)
4. Weitere Informationen
4.1. Etymologie (Namenserklärung)
Von lat. signum = das Zeichen, denn Hübner (1796: 17) verwendete den Trivialnamen „Ausgezeichnete Schabe“ und berichtete von einem „schwarzbraunen S förmigen Mittelzeichen“.
(Text: Jürgen Rodeland)
4.2. Andere Kombinationen
- Tinea signella Hübner, 1796 [Originalkombination]
4.3. Synonyme
- Symmoca albidella Burmann, 1951
- Symmoca nigrella Burmann, 1951
- Symmoca flavella Burmann, 1951
- Symmoca obsoletella Burmann, 1951
4.4. Nomenklatur
Hübner (1796) zeigt in seinem Tafelband gleich 2 verschiedene Tinea signella: Auf Tinaeae Tafel 12, fig. 80 einen Falter, der jüngeres Synonym zu "Pyralis ocellana Fabricius, 1775" [jetzt Agonopterix ocellana (Fabricius, 1775)] (und "Tinea characterella [Denis & Schiffermüller], 1775") ist, auf Tinaeae Tafel 31, fig. 211 dann einen Falter, der bis dahin noch keinen Namen hatte und der die heutige Symmoca signella darstellt. Dieser Falter wurde zudem im Textband von Hübner (1796) kurz charakterisiert. Nach Heppner (1982: 101) sind die Tafeln 1 - 34 von Teil VIII Tineae alle auf den 31.Dezember 1796 zu datieren, der Textteil ebenso. Da es nach den Nomenklaturregeln des ICZN keine Seitenpriorität gibt, entscheidet der erste revidierende Autor, welcher Name als gültig und welcher als nicht anwendbares primäres Homonym anzusehen ist. Erster revidierender Autor war hier Treitschke (1832: 254), der Hübners Name für die Agonopterix verwirft und dafür den Namen "Haemylis characterella" nach der "Tinea characterella" aus dem "Wien. Verz. S. 137" verwendet (, und der er auch noch Vorrang vor der "Pyralis ocellana von Fabricius gibt). Per Fußnote merkt er dazu an: "Herr Hübner giebt Tab. 31. Fig. 211. noch eine andere, wahrscheinlich in das G. Scardia gehörende, mir aber unbekannte, Art als Signella, welcher Name ihr wohl bleiben kann, da der gegenwärtigen jener des Wien. Verz. gehört." Dank Treitschke konnte Symmoca signella ihren Artnamen behalten und "Tinea signella wurde - da jüngeres Synonym - für die Agonopterix nie mehr als Name benutzt.
(Autoren: Erwin Rennwald & Jürgen Rodeland)
4.5. Taxonomie und Faunistik
"Symmoca signella" gehörte zu jenen Arten mit mehreren unterschiedlichen COI-Barcodes. Joshi et al. (2026) studierten den Komplex näher unter Hinzuziehung von Kern-DNA und sie fanden 3 klar getrennte Taxa, die trotz räumlicher Nähe, schon sehr lange keinen genetischen Austausch untereinander hatten. Im folgenden wurden dann auch sehr kleine morphologische Unterschiede zwischen diesen 3 Taxa gefunden, die biologisch klar als getrennte Arten zu werten sind. Symmoca signella im jetzt engeren Sinne wurde aus dem Piemont beschrieben. Joshi et al. (2026: 10) legten einen Neotypus fest mit Daten "♂, “Italien, Prov. Cuneo Colle Valcavera 2420 m N". Die Art ist in der Schweiz im Wallis zu finden, von da an südwärts durch die westlichen Alpen Italiens. Alle "Symmoca signella" aus Graubünden und von da an ostwärts in den Alpen von Italien und Österreich erwies sich als zu Symmoca schmidi gehörend, ebenso ein einzelner Falter aus dem Kanton Bern als absolute Westgrenze dieser Art. Tiere von ganz in den Südwestalpen von Frankreich waren schon vorher aufgefallen, da ihre Weibchen fast vollständig entwickelte Flügel haben, also fliegen können - wie sich zeigte gehören sie zu einer dritten Art, die den passenden Namen Symmoca volatilis erhielt.
Joshi et al. (2026: 12) erklären - unter Streichung diverser dubioser Meldungen - zur Verbreitung: "From southwestern Switzerland through parts of the western Alpine arc of Italy to the Hautes-Alpes in France. Reports from other regions refer either to S. schmidi sp. n., S. volatilis sp. n., or generally to other misidentified species within the genus Symmoca. Gozmány (2008) corrected numerous historical misidentifications of the species in its previously understood sense but, conversely, also mentioned some entirely implausible records, such as those from Germany (Konstanz), Greece (Parnassus), Spain (Aragon), or even the United States (Los Angeles, among others)."
(Autor: Erwin Rennwald)
4.6. Literatur
- Burmann, K. (1951): Die Veränderlichkeit von Symmoca signella Hb. (Gelechiidae). — Zeitschrift für Lepidopterologie 1 (3): 181-184. Ex libris Jürgen Rodeland.
- Heppner, J. B. (1982): Dates of selected Lepidoptera literature for the western hemisphere fauna. — Journal of the Lepidopterologists' Society 36 (2): 87-111.
- Erstbeschreibung (Tafel): Hübner, J. [1796-1834]: Sammlung europäischer Schmetterlinge 8: pl. 1-71. [Digitalisat auf archive.org]
- Erstbeschreibung (Text): Hübner, J. (1796): Der Sammlung europäischer Schmetterlinge achte Horde. Die Schaben; nach der Natur geordnet, beschrieben und vorgestellt: [1-12], 13-70, [71-78]. Augsburg (von dem Verfaßer). [Digitalisat auf archive.org]
- Joshi, M., Huemer, P., Espeland, M. & M. Mutanen (2026): Genomics helps resolve allopatric COI (Cytochrome c oxidase subunit I) divergences in selected alpine Lepidoptera and allows for a taxonomic revision of the Symmoca signella species-complex (Autostichidae). — Insect Systematics and Diversity, 2026, 10, ixag015. DOI: https://doi.org/10.1093/isd/ixag015. [zum open-access-Artikel auf academic.oup.com]
- Gozmány, L. (2008): Symmocidae. — Microlepidoptera Palaearctica 13: 1-558. Keltern (Goecke & Evers).
- Treitschke, F. (1832): Die Schmetterlinge von Europa 9 (1): I-VIII, 1-272. Leipzig (Ernst Fleischer). [Digitalisat auf archive.org]








